Herbstseminar 2022

Herbstseminar des WFV Bayern e.V.

 
Vom 28.11. bis 30.11. fand auch dieses Jahr wieder das beliebte und sehr informative
Herbstseminar des WFV Bayern in den Räumlichkeiten des Mövenpick Conference Center am
Nürnberger Flughafen statt. Mit jeweils mehr als 30 Teilnehmern pro Tag war die Veranstaltung
zwar gut besucht, hätte aber noch viel Potential nach oben.
 
Traditionsgemäß wurde der erste Tag mit dem Themenblock „Vorbeugender Brandschutz“
begonnen. Die Fachvorträge starteten mit dem Thema „Vorplanen von komplexen Einsatzlagen“
referiert von Dr. Claudius Hammann von der TU München.  Dr. Hammann stellte eindrucksvoll
auf Grundlage seiner Dissertation dar, wie man ortsunabhängig und systematisch die Frage nach
der Effektivität des Brandschutzes beantworten kann, die das beste Verhältnis zwischen den
eingesetzten finanziellen Mitteln und dem Zuwachs an Sicherheit für das Gesamtsystem haben.  
 
Roland Fürnrieder aus den Reihen der Werkfeuerwehr Audi stellte die Vorteile maschineller
Entrauchung auf Basis einer Einsatzübung vor, an der auch externe Kräfte der umliegenden
freiwilligen Feuerwehren teilnahmen.  
 
Die umfangreichen Möglichkeiten einer Übung mittels Virtual Reality Tool wurde uns von
Flamecoach Geschäftsführer Herrn Albrecht vorgestellt. Das System, das aus einer Kombination
spezieller VR Brandsimulation-Software, sowie passender wireless VR-Feuerlöscher Hardware
besteht, setzt nicht nur auf die optische Wahrnehmung, sondern erhöht den Trainingseffekt
durch eine Geruchs- und Hitzesimulation.  
 
Nach dem Mittagessen, stellte Herr Goßen von Multicomsystems in Vertretung Klein- und
Kleinstlöschanlagen vor, die in Schaltschränken und anderen elektrischen Anlagen eingesetzt
werden können, um Entstehungsbrände zu löschen und damit frühzeitig eine Brandausweitung
verhindern zu können.  
 
Unser stellvertretender Fachbereichsleiter für organisatorischen Brandschutz und besondere
Einrichtungen Rainer Endres erörterte die Besonderheiten für den technischen Brandschutz im
Industriebau und den Herausforderungen für die Evakuierung in Sonderobjekten wie z.B.
Krankenhäusern. 

Nach der Kaffeepause hielt Herr Dinspel einen Vortrag über reaktive
Brandschutzbeschichtungen, die speziell bei Kohlenwasserstoffbränden die darunter liegende
Stahlkonstruktionen schützen und damit die Stabilität von Brandobjekten verlängern.  
 
Zum Schluß des ersten Seminartages berichtete Seminarleiter und stellvertretender Vorstand
Alexander Kiesl über die Neuerungen im Verband und einigen Umstrukturierungen in der
Verbandsorganisation.
 
Dieses Jahr neu hinzugekommen ist der Thementag „Gesundheit im Feuerwehrdienst“, der am
zweiten Seminartag folgte. Den Tag startete unser Fachbereichsleiter für
Arbeitsschutz/BG/DGUV/Umweltschutz Stefan Deschermeier mit einem Vortrag über den
Arbeits- und Gesundheitsschutz im Feuerwehrdienst. Vor allem die überlagernden
Rechtsvorschriften machen eine optimale Ausführung nicht einfach.  
 
Als zweiter Redner beschäftigte sich Dipl.-Sportwissenschaftler Sebastian Ullrich mit der
Trainingsbetreuung und Gesundheitsförderung bei der Flughafenfeuerwehr Nürnberg. Mit
Vorarbeiten wie Arbeitsplatzbegehungen oder Messungen der Leistungsfähigkeit, über das
Coaching und weiteren Maßnahmen wie Arbeitsplatztraining und Workshops wird versucht die
Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu sichern.  
 
Den Rest des Tages gestaltete Berufspädagoge und Triathlet Michael Gissinger von ForLife,
einem Coachingunternehmen mit Spezialisten für Diagnostik, Fitness-Training und
Arbeitsergonomie bei Feuerwehren, Rettungsdiensten und Krankenhäusern.  
Mit auf den individuellen Bedarf abgestimmter Beratung und Dienstleistungen sollen der Erhalt
der Einsatz- bzw. Arbeitsfähigkeit gewährleistet oder Einzelziele, wie z.B. das Bestehen der
G26.3, erreicht werden. Mit mehreren, einzelnen kleinen Vorträgen zu bestimmten Themen, wie
Arbeitsergonomie im Feuerwehrdienst oder Atemschutz DIN Strecke vs. Belastungsübung,
wurden weitere Einzelheiten erörtert und Lösungsansätze angeboten.  
 
Am dritten Tag folgte der Themenkreis „Einsatz und Technik“, der mit einem sehr guten Vortrag
von Roland Eckert vom Landratsamt Kitzingen startete. Mit dem Thema „Katastrophenschutz und
Werkfeuerwehr“ bot der Referent einen guten Einblick in die Funktionsweise der öffentlichen
Strukturen, den gesetzlichen Eigenheiten im K-Fall und deren Folgen für jeden Betrieb. Auch die
Funktion und Arbeitsweise einer FüGK (Führungsgruppe Katastrophenschutz) wurden beleuchtet.  
Nach der Kaffeepause referierte Dipl. Ing. Martin Rathgeber über einen Unfall mit radioaktiv
strahlendem Material und den Schwierigkeiten bei der Bergung des Strahlers und der
Dekontamination der verunreinigten Produktionsbereiche.  
 
Danach gaben Jan Harder und Ronny Opitz, Geschäftsführer ihres auf Feuerwehr spezialisiertes
Versicherungsbüro aus dem fernen Ostseebad Nienhagen, einen Überblick über die
Möglichkeiten und Fallstricke bei dem Versicherungsschutz speziell für angestellte
Werkfeuerwehrleute.

Das Training mit digitalen Lösungen wird immer populärer. Daher beschäftigte sich der folgende
Vortrag von der StellDirVor GmbH und der AR-Expert GmbH nach dem Mittagessen mit diesem
Thema. Einerseits, wie man Gegenstände, Gerätschaften und Anleitungen optimal in eine
virtuelle Umgebung einbinden kann und andererseits welche weiteren Möglichkeiten der
Schulung es gibt.  
 
Das die Digitalisierung auch bei der Alarmierung helfen und vor allem Zeit in der Erstphase
sparen kann, zeigte Christian Kahlert mit neuesten Erkenntnissen und Lösungsansätzen der AG
Digitalisierung des Deutschen Institut für vorbeugenden Brandschutz e.V.  
 
Als letzter Redner erklärte stv. Stationsleiter des „Christoph Nürnberg“ und leitender DRF
Notfallsanitäter Alexander Schuricht, welche Vorteile die Hilfe aus der Luft auch bei
Unglücksfällen im Werk haben kann, aber auch wo die Grenzen oder Besonderheiten der
Luftrettung liegen, insbesondere bei speziellen Wetterlagen oder in der Nacht.  
 
Nach drei Tagen intensiven Gesprächen zum Brandschutz, verließen die Gäste mit vielen neuen
Eindrücken und einer Teilnahmebestätigung das Tagungszentrum und können sich hoffentlich
auf ein paar geruhsame Tage in der Vorweihnachtszeit freuen.  
Besonderer Dank galt auch den vielen helfenden Händen und den anwesenden Firmen in der
Industrieausstellung, ohne deren finanzielle Beteiligung eine solche Veranstaltung in diesem
Rahmen nicht möglich wäre.
 
 
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Fachaussteller 2022

Die Veranstaltung wird ermöglicht durch die Kostenbeteiligung industrieller Fachaussteller.
Wir bedanken uns herzlich bei:

• Abel & Käufl Mobilfunkhandels GmbH
• Advancis E-Learning GmbH
• Alpina Technologie GmbH
• AquaSys Technik GmbH
• Birntahler chem. techn. Produkte
• blaulicht.de - Gebert Feuerwehrtechnik
• Cubos Internet GmbH
• Dräger Medical Deutschland GmbH
• Effertz Tore GmbH
• EmiControls GmbH / S.r.l.
• Flamecoach
• Finanz- & Versicherungskontor GmbH
• Fireboard GmbH
• Firedrill
• Fritz Raschel Feuerschutz GmbH
• Gstöttl Brandschutz GmbH
• Heinrich Vorndamme OHG / Isotemp
• ILRT / Innovative Lösch- und Rettungstechnologie GmbH
• Jotun Europe Sales
• Kilian Fire & Safety GmbH
• Lülf Sicherheitsberatung GmbH
• Multicomsystem GmbH
• Orglmeister Infrarotsysteme GmbH & Co. KG
• Schiller medizintechnik GmbH
• Schwender GmbH / Vlitex
• Selectric
• Spechtenhauser Hochwasser- und Gewässerschutz GmbH